
Gegenstand vorliegender Studie ist eine Kunst- und Kulturgeschichte des Scherenschnitts und Schattenrisses von 1600 bis heute in Europa und Nordamerika vor dem Hintergrund des künstlerischen Dilettantismus. Es soll gezeigt werden, dass die aus dem kunsthistorischen Kanon exkludierten Medien Scherenschnitt und Schattenriss eine bisher verborgene Erfolgsgeschichte der Frühen Neuzeit und Moderne sind, die selbstanregend auf moderne und zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen wirk(t)en.
Die zahlreichen künstlerischen Fallbeispiele vom frühen 17. Jahrhundert an offenbaren die enorme visuelle Heterogenität der Schnittkunst: Sie reicht vom intimen Andachtsbild, dem ornamentalen Buchschmuck, dem szenischen oder dekorativen Weiß- und Schwarzschnitt, über theatrale und kinematografische Schattenrisse bis hin zu den modernen und gegenwärtigen multimedialen Schnittwerken und Installationen in der internationalen Kunstszene.